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"Verhütungsmittel" für Vierbeiner
Operation, Pille oder Injektion
Wer eine Hündin oder Kätzin hält, wird früher oder später entscheiden
müssen, ob er bei seinem Tier das Risiko einer unerwünschten Trächtigkeit
in Kauf nimmt oder Maßnahmen ergreifen möchte, die den Sexualzyklus
vorübergehend oder entgültig unterbinden. Hündinnen werden in
der Regel zweimal im Jahr läufig. Das ist der Zeitabschnitt des
Sexualzyklus, in dem die Hündin gedeckt werden kann. Bei Kätzinnen
tritt die sogenannte Rolligkeit mehrmals jährlich in Abhängigkeit
von der Tageslichtlänge ein. Freilebende Katzen können zwei- bis
dreimal pro Jahr tragend werden. Während sich bei Hündinnen operative
und medikamentelle Verhütungsmethoden die Waage halten, wird bei
Kätzinnen überwiegend durch eine Operation verhütet.
Entgegen der landläufigen Meinung, daß weibliche Tiere sterilisiert
und männliche Tiere kastriert werden, liegt der Unterschied nicht
im Geschlecht des Tieres, sondern in der Art des operativen Eingriffs.
Bei der Sterilisation wird die Passage der Keimzellen unterbrochen,
indem beim männlichen Tier der Samenstrang, beim weiblichen Tier
der Eileiter durchtrennt wird. Bei der Kastration werden die Keimzell-produzierenden
Organe entfernt, also die Eierstöcke beim weiblichen Tier beziehungsweise
die Hoden beim männlichen Tier. In der tierärztlichen Praxis wird
üblicherweise kastriert, da diese Methode den Sexualzyklus endgültig
und sicher unterbindet.
Bei freilaufenden Kätzinnen ist die Kastration die bestmögliche
präventive Maßnahme, um einer ungewollten Flut von wilden Katzenwelpen
Einhalt zu gebieten. Die Tierschutzvereine werben regelmäßig für
diesen operativen Eingriff. Das Operationsrisiko ist sehr gering,
die äußere Naht von ein bis zwei Zentimetern Länge heilt innerhalb
weniger Tage.
Bei Hündinnen wird neben den Eierstöcken meist noch die Gebärmutter,
die bei dieser Tierart sehr zu Entzündungen neigt, entfernt. Auch
hier ist der Operations- und Heilungsverlauf meist komplikationslos.
Allerdings sind bei der Hündin Nebenwirkungen möglich, die zum
Teil rasseabhängig sind. Hier wird der Tierarzt im Einzelfall
beraten. Häufigste Nebenwirkung ist die Gewichtszunahme, die durch
Diät und ausreichende Bewegung vermeidbar ist.
Eine Alternative zur operativen Trächtigkeitsverhütung ist die
medikamentelle Verhütung mittels Hormonpräparaten. Diese werden
vom Tierbesitzer in Form von Tabletten regelmäßig eingegeben oder
als Injektion im Abstand von fünf bis sechs Monaten vom Tierarzt
verabreicht. Diese Art der Verhütung ist reversibel, das heißt,
nach Absetzen der Hormonzufuhr normalisiert sich der Sexualzyklus
wieder, so daß eine Trächtigkeit wieder möglich wird. |