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12.10.2016

AOK-Studie belegt:

Deutschlands Studenten sind gestresst - Tiermediziner am meisten

Durchschnittlicher Stresslevel nach Studienfächern (© Grafik: AOK))zoom
Durchschnittlicher Stresslevel nach Studienfächern (© Grafik: AOK))

Studierende in Deutschland sind überdurchschnittlich gestresst. Das geht aus einer repräsentativen Online-Befragung des Lehrstuhls für Marketing der Universität Potsdam und des Lehrstuhls für Marketing und Business Development der Universität Hohenheim unter mehr als 18.000 Hochschülern hervor.

Die Untersuchung, die im Auftrag des AOK-Bundesverbandes durchgeführt wurde, ist bisher die umfassendste rund um die Belastung von Studierenden. Sie zeigt auch, dass weibliche Studierende mehr unter den Anforderungen leiden als ihre männlichen Kommilitonen. Daher nicht überraschend: Das Tiermedizinstudium mit dem hohen Frauenanteil belegt bei den Befragten den ersten Platz beim Stressempfinden.

Der Studie zufolge macht den Studierenden vor allem der Stress durch Zeit- und Leistungsdruck sowie die Angst vor Überforderung das Leben schwer. 53 Prozent geben ein hohes Stresslevel an, damit rangieren sie sogar vor anderen Bevölkerungsgruppen. Ein Grund für dieses hohe Belastungsgefühl wird in den Folgen der so genannten Bologna-Reform gesehen. Im Jahr 1999 hatten sich insgesamt 29 europäische Staaten auf die Schaffung eines einheitlichen Hochschulraumes verständigt. Dies hatte unter anderem eine stärkere Reglementierung und eine erhöhte Prüfungsbelastung zur Folge.  

In den Befragungsergebnissen macht sich offenbar nun der Druck, der aus den gestiegenen Anforderungen an den Unis entsteht, bemerkbar. An erster Stelle steht der hochschulbezogene Stress, der Studierenden zu schaffen macht. Dazu zählen neben Vorbereitungszeiten auf Prüfungen und dem Anfertigen der Abschlussarbeit die allgemeine Arbeitsbelastung durch das Studium sowie der Stoffumfang in Lehrveranstaltungen. Viele Studierende plagen sich auch mit zu hohen Erwartungen an sich selbst. Kommt Stress auf, äußert sich dieser bei den Betroffenen am häufigsten durch Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten sowie Lustlosigkeit.

Wer es nicht alleine schafft, mit den Belastungen positiv umzugehen, dem wird geraten, sich professionelle Hilfe zu organisieren - spätestens dann, wenn sich der Stress negativ auf die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit auswirkt. Als weitere Möglichkeit, sich vom Hochschulstress zu befreien, wird auch die Aufnahme einer Nebenbeschäftigung angegeben. Denn: Studierende mit Nebenjobs sind im Vergleich zu Hochschülern, die sich ausschließlich aufs Studium konzentrieren, nicht gestresster. Kurioserweise sind Studierende, die einer Tätigkeit von bis zu 15 Stunden pro Woche nachgehen, sogar weniger gestresst.  

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