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23.03.2017

Fakultätentag 2017:

bpt stellt Überlegungen für eine bessere kaufmännische Ausbildung vor

Beim diesjährigen Veterinärmedizinischen Fakultätentag (VMFT), der gestern in Berlin stattfand, standen die Umsetzung der Ende des letzten Jahres verabschiedeten neuen Tierärztlichen Approbationsverordnung (TAppV), akademische Nachwuchssorgen, die Qualitätssicherung der universitären Lehre sowie die Vorstellungen des bpt zur stärkeren Verankerung kaufmännischer und kommunikativer Fertigkeiten im Mittelpunkt. Der Einladung des VMFT-Vorsitzenden, Prof. Dr. Jürgen Zentek, Dekan der Veterinärmedizinischen Fakultät der Freien Universität Berlin, waren die Dekane/Präsidenten, Studiendekane und Studierendenvertreter aus Berlin, Gießen, Hannover, Leipzig, München, Bern/Zürich (Vetsuisse) und Wien gefolgt. Mit dabei waren auch Vertreter des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), der tierärztlichen Verbände Bundestierärztekammer, Bundesverband der beamteten Tierärzte, Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft, bpt sowie des Bundesverbands der Veterinärmedizinstudierenden Deutschland.

Fakultäten: Nachwuchssorgen und Qualitätssicherung

Ebenso wie die Tierarztpraxen, plagen auch die Universitäten Nachwuchssorgen. So wurde von einigen Universitäten berichtet, dass mangels geeigneter Bewerber bei manchen Berufungsverfahren keine wirkliche Auswahl mehr möglich sei und durch die offene Ausschreibung von Stellen die Wahrscheinlichkeit zunehme, dass auch andere Professionen zum Zuge kommen. Während manche den dadurch Einzug haltenden „frischen Wind“ begrüßen, war die große Mehrheit doch der Meinung, dass dies nicht im berufsständischen Sinn sein kann. Wichtiges Thema war auch (wieder einmal) die Qualitätssicherung bei der extramuralen Ausbildung (Praktika). Den Vorstellungen des Europäischen Dachverbands der Fakultäten EAEVE für strengere Praktikumsvorgaben begegnet man hierzulande eher skeptisch. Besser, so die einhellige Meinung, sei es, die bpt-Initiative Tierärztliche Ausbildungspraxis zu stärken und bei den Studierenden noch bekannter zu machen (Onlinesuche Ausbildungspraxen).

bpt: Kaufmännische und kommunikative Kompetenzen heute ein MUSS

bpt-Geschäftsführer Dipl.-Kfm. Heiko Färber nutzte die Gelegenheit, um einen kurzen Rückblick auf die inzwischen seit zehn Jahre laufenden bpt-Hochschulseminare zu geben, an denen bislang 3.623 Studierende teilgenommen haben. Er machte aber gleichzeitig deutlich, dass das 3-stündige Seminar pro Jahr und Fakultät trotz aller Anstrengungen nur ein Tropfen auf den heißen Stein sei. Die jüngste Novelle der TAppV sei leider erneut nicht genutzt worden, um entsprechende Inhalte im Curriculum zu verankern. Um bis zur nächsten Novelle nicht unnötig viel Zeit vergehen zu lassen, werde der bpt deshalb in Absprache mit dem BMEL einen inhaltlichen und zeitlich strukturierten Vorschlag für ein einsemestriges Pilotprojekt erarbeiten, das er organisieren und finanziell unterstützen wird. Der entsprechenden bpt-Arbeitsgruppe gehören die Präsidiumsmitglieder Dr. Karl-Heinz Schulte, Dr. Maren Hellige und TA Rolf Herzel sowie von der Geschäftsstelle Heiko Färber und Rechtsanwältin Gabriele Moog an. Spontan erklärten sich mehrere Fakultäten dazu bereit, das Pilotprojekt zu unterstützen. Uneinigkeit bestand in der langfristigen Zielsetzung, nämlich ob, wie und wo die Inhalte im Studium verankert werden könnten bzw. sollten (Pflichtfach, Wahlpflichtfach, Praktikum oder postgraduale Ausbildung). Auch die Finanzierung und Evaluierung eines solchen Projekts ist zu noch klären. Insgesamt waren aber die Signale seitens des BMEL und der Fakultäten positiv.

bpt vertritt auch die in der Praxis angestellten Tierärzte

bpt-Geschäftsführer Färber informierte auch über die vielfältigen Aktivitäten des bpt in Richtung angestellte Tierärzte, die vom bpt genauso wie die Praxisinhaber vertreten werden. Ein paritätisch besetzter Arbeitskreis (AK) habe es sich zur Aufgabe gemacht, die Arbeitssituation der angestellten Tierärzte zu analysieren und praktische Verbesserungsvorschläge auszuarbeiten. Aktuell habe der AK ein Infoblatt zur Arbeitszeiterfassung herausgegeben, geplant seien schriftliche Empfehlungen für das Bewerbungsgespräch, ein Musterarbeitsvertrag sowie Podiumsdiskussionen und weitere Öffentlichkeitsarbeit. Auch auf das Thema Tarifvertrag für angestellte Tierärzte ging Färber ein. „Selbst wenn der bpt wollte, kann er aus tarifvertragsrechtlichen Gründen kein Vertragspartner sein“, erklärte er. Ob allerdings der von manchen Seiten angedachte Zusammenschluss einiger weniger Praxen/Kliniken als Quasi-Arbeitgeberverband eine seriöse und v. a. flächendeckende Lösung sein kann, sei doch sehr zu bezweifeln und schade der Sache unter Umständen mehr, als es nützt. Der bpt setze stattdessen auf ausbalancierte, von der Breite der Inhaber und Angestellten getragene Lösungen. Die brauchen zwar manchmal etwas länger, halten dafür aber auch länger.

 
 
 
 
 
 

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