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13.04.2017

„Ferkelkastration“

ÖTK-Frühjahrsempfang 2017 in Wien

 v.l.n.r.: Dr. Christoph Kiefer (Präsident GST, Schweiz), Dr. Trond Braseth (Norwegen), Maggie Entenfellner (Moderatorin, Kronen Zeitung, Österreich) Mag. K. Frühwirth (ÖTK-Präsident), Dr. S. Moder (bpt-Präsident), Dr. Ulrich Herzog (CVO Österreich)
v.l.n.r.: Dr. Christoph Kiefer (Präsident GST, Schweiz), Dr. Trond Braseth (Norwegen), Maggie Entenfellner (Moderatorin, Kronen Zeitung, Österreich) Mag. K. Frühwirth (ÖTK-Präsident), Dr. S. Moder (bpt-Präsident), Dr. Ulrich Herzog (CVO Österreich)

Beim Frühjahrsempfang der Österreichischen Tierärztekammer (ÖTK) am 6. April stand die Frage „Was ist bei kurativen Eingriffe bei Nutztieren erlaubt?“ im Mittelpunkt. Neben Dr. Trond Braseth aus Norwegen und GST-Präsident Dr. Christoph Kiefer aus der Schweiz war bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder als Referent eingeladen, um über die aktuelle Diskussion zum Thema Ferkelkastration in Deutschland zu informieren. Dabei betonte Moder die Offenheit des bpt für alle derzeit diskutierten Verfahren, also Immunokastration, chirurgische Kastration mit Betäubung (Injektions- und Inhalationsnarkose) sowie den erst vor einigen Wochen aus Bayern ins Spiel gebrachten „Vierte Weg“, also die Injektion eines Lokalanästhetikums in den Samenstrang des Ferkels.  

Vor allem Dr. Braseth aus Norwegen unterstütze diese auch in Norwegen angewandte Methode, gleichwohl unter dem Vorbehalt, dass die Injektion nicht durch den Tierhalter, sondern den Tierarzt durchgeführt werden muss. Der österreichische Chefveterinär (CVO), Dr. Ulrich Herzog, der die Eckpunkte des vom österreichischen Bundesrat am 6. April final genehmigten neuen österreichischen Tierschutzgesetzes vorstellte, zeigt sich hingegen skeptisch. „Die Injektion in den Samenstrang ist keine sinnvolle Lösung“, so die eindeutige Festlegung Herzogs. Neben der Frage der „richtigen Methode“ ging es in der Diskussion auch um das Zusammenspiel zwischen Landwirt und Tierarzt. Welche Rolle soll der Tierarzt beim Einsatz von Betäubungsmitteln und bei kurativen Eingriffen haben? Hier gibt es durchaus unterschiedliche Vorstellungen und Zwänge, zumal die Märkte Norwegens und der Schweiz nicht im gleichen Maße dem Druck des EU-Binnenmarktes ausgesetzt sind. Auch die zunehmend wichtigere Rolle des Lebensmitteleinzelhandels auf Entscheidungen rund um die Tiergesundheit wurde diskutiert. Präsident Dr. Moder machte dazu deutlich, dass der Tierarzt über die Behandlung von Tieren entscheiden muss und nicht der Lebensmitteleinzelhandel.  

Der fruchtbare Austausch zwischen der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST), der Österreichischen Tierärztekammer (ÖTK) und dem Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) wird bereits Anfang Juni bei einer D-A-CH-Tagung am Bodensee fortgesetzt. Dort nämlich werden sich die Präsiden der drei Verbände zu einer Klausurtagung treffen, um Erfahrungen auszutauschen und um gemeinsame Positionen für die Mitte Juni anstehende Frühjahrstagung des Europäischen Tierärzteverbandes FVE zu finden. Auch im Rahmen des bpt-Kongresses 2017 in München spiegelt sich der enge Dreiklang von GST, ÖTK und bpt wider. Nicht zuletzt ist die Schweiz (GST) das Gastland beim bpt-Kongress 2017 in München.



 
 
 
 
 
 

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