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10.07.2017

G 20 adressieren Tiermedizin

Die Abschlusserklärung des G 20-Gipfels 2017 in Hamburg adressiert neben Handel, Klimaschutz, Afrika und Digitalisierung auch die Tiermedizin.

Zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen (zwecks Erhalt der Wirksamkeit von Antibiotika) wollen die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer den "verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika" fördern. Konkret mit Blick auf die Tiermedizin heißt es, dass "der Einsatz entsprechender Medikamente auf rein therapeutische Zwecke begrenzt" werden soll.

Zum Hintergrund: Während der Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin in Deutschland und Europa schon seit Jahren rückläufig ist und bereits höchst umsichtig erfolgt, gehen Prognosen von einem alarmierend starken Anstieg des Antibiotikaeinsatzes in anderen Weltregionen, wie z.B. Asien und Südamerika, aus. Auf Drängen von Bundeskanzlerin Angela Merkel standen In Hamburg übrigens erstmalig Gesundheitsthemen auf der G 20 Agenda.  

Auszug aus der Abschlusserklärung der Staats- und Regierungschefs:

Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen (AMR)

Antimikrobielle Resistenzen (AMR) stellen eine zunehmende Bedrohung für die öffentliche Gesundheit und das Wirtschaftswachstum dar. Um der Ausbreitung von AMR bei Menschen, Tieren und in der Umwelt zu begegnen, planen wir, die Umsetzung unserer auf der Grundlage des „One-Health-Konzepts“ erarbeiteten nationalen Aktionspläne bis Ende 2018 auf einen guten Weg gebracht zu haben. Wir werden den verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika[1] in allen Bereichen fördern und streben an, ihren Einsatz in der Tiermedizin allein auf therapeutische Zwecke zu begrenzen. Der verantwortungsvolle und umsichtige Einsatz von Antibiotika bei Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen, schließt nicht den Einsatz zur Wachstumsförderung ein, solange keine Risikoanalyse vorliegt. Wir betonen, dass Behandlungen der Verschreibungspflicht oder ihrem veterinärmedizinischen Äquivalent unterliegen sollten. Wir werden das Bewusstsein der Öffentlichkeit schärfen, Infektionsprävention und -kontrolle stärken und das Verständnis für das Thema Antibiotika in der Umwelt verbessern. Wir werden den Zugang zu erschwinglichen, hochwertigen Antibiotika, Impfstoffen und Diagnostika fördern, auch durch Bemühungen, bestehende Therapieoptionen zu bewahren. Wir betonen, wie wichtig es ist, F&E vor allem bei den nach Feststellung der WHO bedrohlichsten Pathogenen und bei der Tuberkulose zu fördern. Wir rufen zu einer neuen internationalen Plattform für die Zusammenarbeit im Bereich F&E auf, um die Wirkung bestehender und neuer Initiativen in antimikrobieller Grundlagenforschung und klinischer Forschung sowie der Produktentwicklung zu maximieren. Wir laden alle interessierten Länder und Partner ein, sich an dieser neuen Initiative zu beteiligen. Gleichzeitig werden wir in Zusammenarbeit mit einschlägigen Experten, unter anderem von OECD und WHO, Optionen für praktische Marktanreize weiter prüfen.

[1]Unter Beachtung der Unterschiede in der Definition des Begriffs „Antibiotika“ in den G20-Staaten und im vorliegenden Text Bezug nehmend auf die Antibiotika, die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben, einschließlich derjenigen, die im Sinne der Definition der WHO von entscheidender Bedeutung für die Humanmedizin sind.

 
 
 
 
 
 
 
 

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