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13.09.2017

Auch in 2016 weniger Antibiotika in der Tiermedizin

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat heute die neuen DIMDI-Zahlen veröffentlicht, also die Antibiotika-Abgabemengen von Pharmaunternehmen an Tierärzte in 2016. Danach ist nicht nur erneut die Antibiotika-Gesamtmenge um 63 Tonnen (8%) zurückgegangen, auch die Mengen bei den sog. kritischen Antibiotika (Cephalosporine der 3. u. 4. Generation sowie Fluorchinolone) sind im Vergleich zu 2015 gesunken.

DIMDI-Zahlen 2016zoom

Der in den letzten Wochen in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiere Einsatz von Colistin (Polypeptid-Antibiotika ist ebenfalls deutlich rückläufig. Die Zahlen belegen einmal mehr den verantwortungsvollen Umgang der Tierärzteschaft mit Antibiotika. Ob es vor diesem Hintergrund neuer bürokratischer Regelungen bedarf, Stickwort TÄHAV, wird nach der Bundestagswahl nochmal in Ruhe zu diskutieren sein. 

Antibiotikamonitoring im QS-System:

Die durch die QS Qualität und Sicherheit GmbH veröffentlichen Zahlen über den Einsatz von Antibiotika in den Schweine, Geflügel und Mastkälber haltenden Betrieben im QS-System zeigen eine vergleichbare Entwicklung. Danach ist der Einsatz von Antibiotika im QS-System auch im Jahr 2016 deutlich zurückgegangen. Die Verbrauchszahlen der kritischen Antibiotika haben sich um 11,4 Prozent gegenüber 2015 reduziert. Der Anteil aller kritischen Antibiotika an den Verschreibungen liegt bei weniger als 1,1 Prozent.

QS-AB-Zahlen 2016

Die absoluten Zahlen sind aber nicht eins zu eins mit den DIMDI-Zahlen vergleichbar, da die Daten des BVL die Abgabe aller Antibiotika enthalten, also auch an Haustiere. Eine Unterscheidung nach Nutz- und Haustieren oder nach Tierarten wie Geflügel, Schwein und Rind ist dem BVL nicht möglich.

Resistenzen gegen Antibiotika im Fokus

Laut QS ist der ausschließliche Blick auf die eingesetzten Antibiotikamengen auf Dauer nicht ausreichend und zielführend. Die Forderung: Zukünftig muss gerade das Thema der Resistenzentwicklung verstärkt angegangen werden. Eine Verknüpfung der Daten zur Abgabe von Antibiotika mit Resistenzdaten muss entwickelt werden. Eine Herausforderung, die Wirtschaft, Tiermedizin und Wissenschaft, aber auch die Humanmedizin, zügig gemeinsam angehen sollten.

 
 
 
 
 
 
 
 
 

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