02.12.2025
Dass Fortbildung, Berufspolitik und Plätzchenduft hervorragend harmonieren, hat der diesjährige bpt-Kongress am neuen Standort im RheinMain CongressCenter (RMCC) in Wiesbaden eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Vom 27. bis 29. November trafen sich rund 1600 Teilnehmende zu einer rundum gelungenen Veranstaltung. Die Fachmesse war mit 142 Austellerfirmen aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Ungarn, China, Dänemark, Polen, Schweden und Großbritannien ausgebucht.
Neuer Kongressort sehr gut angenommen
Das RMCC beeindruckte die Teilnehmenden mit warmer und
heller Atmosphäre, kurzen Laufwegen sowie bester Ausstattung und einem
großartigen Umfeld im Herzen Wiesbadens. Über 90% der Teilnehmenden bewerteten
den Standort laut der Befragung vor Ort positiv und würden gerne wiederkommen. Ausschlaggebend
waren neben den schönen Räumlichkeiten des RMCC die Nähe zum Bahnhof, zu den
Hotels und zur Innenstadt mit den vielen tollen Geschäften und dem Kurhaus, in
dem das Get Together stattfand. Auch der Wiesbadener Sternschnuppenmarkt lag
ums Eck. „Wir freuen uns, dass trotz des neuen Standorts so viele Teilnehmende
und Ausstellerfirmen den Weg nach Wiesbaden gefunden haben. Die Stimmung beim
bpt-Kongress war selten so positiv und energiegeladen und wir bedanken uns bei
allen, die dazu beigetragen haben.“ so bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder.
Konstruktive GOT-Diskussion eröffnet positive
Zukunftsaussichten
Berufspolitisches Highlight des
bpt-Kongresses war die Diskussion zur wirtschaftlichen Entwicklung in der
Tiermedizin und der Evaluierung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). bpt-Geschäftsführer
Heiko Färber präsentierte zunächst Zahlen der aktuell laufenden Blitzumfrage
zur wirtschaftlichen Lage der Praxen. Die Lage wird von gut 70% der
Teilnehmenden als positiv eingeschätzt. Die Gehälter der Angestellten wurden in
rund 60% der Praxen deutlich erhöht. Allerdings planen lediglich ein gutes Drittel
der Teilnehmenden größere Investitionen. Das lässt darauf schließen, dass die
Zukunft eher vorsichtig angegangen wird. Das humorige Eingangsstatement von Staatsminister
Ingmar Jung - Hessischer Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau,
Forsten, Jagd und Heimat – machte Mut. Er versicherte, dass ordentliche
Leistung Geld koste und mehr Bürokratie keine Option sei. Aus dem Bundesministerium
für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) berichtete der zuständige Leiter
der Abteilung 3 "Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit", Prof. Dr.
Eberhard Haunhorst, dass die Evaluierung ergebnisoffen sei. Zunächst werde das Gutachten
abgewartet. Klar sei, dass das bisherige Niveau nicht unterschritten werden
könne, insbesondere, wenn es eine positive Gehaltsentwicklung in der
Tiermedizin geben solle. Mit seiner Entschuldigung für die unter seinen
Vorgängern in der FN entstandene Petition gegen die GOT setzte Prof. Dr. h.c.
Martin H. Richenhagen, Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, ein
starkes Zeichen für den Wunsch zur Zusammenarbeit. Sein Hauptanliegen war die
Teilbarkeit der Hausbesuchsgebühr, die bereits im BMLEH geprüft wird, nachdem
ein entsprechender Vorschlag von BTK und bpt vorgelegt worden war. Den beiden
praktizierenden Tierärzten in der Diskussion, Dr. Siegfried Moder,
bpt-Präsident und Dr. Kai Kreling, Vorsitzender der GOT-Kommission der
Bundestierärztekammer (BTK), war es ein Anliegen, dass die GOT erhalten bleibt.
Sie diene sowohl als Instrument der Preisfindung für Tierärztinnen und
Tierärzte als auch als Werkzeug der Transparenz. Tierhaltendende würden zudem
vor überhöhten Preisen geschützt. Alle Beteiligten waren sich einig, dass Lösungen
nur durch konstruktiven Austausch gefunden werden können. "Nach diesem Austausch können wir der Evaluierung der GOT ruhig entgegenblicken." so Moder. "Klar ist, dass mit der Evaluierung ein weiteres positives Signal für die Stabilität des Einkommens von Tierärztinnen und Tierärzten gesetzt werden muss."
Kurhaus Wiesbaden beim Get
Together gerockt
Das legendäre Get Together des bpt-Kongresses bot mit den
Rodgau Monotones ein urhessisches musikalisches Original. Das historisch
opulente Ambiente stand im Kontrast zur rockigen Musik. Später hallten moderne
Club-Sounds durch den Saal und luden zum Weitertanzen ein. In den wunderschönen
Nebenzimmern wurde zudem fleißig genetzwerkt. Auch die Preisverleihung für den
bpt-Durchstarter des Jahres 2025 wurde in dem festlichen Rahmen vorgenommen. Die
Auszeichnung würdigt Tierärztinnen und Tierärzte, die mit ihren innovativen
Projekten und Ideen innerhalb der ersten 8 Berufsjahre bedeutende Impulse für
die tiermedizinische Praxis gesetzt haben und so einen nachhaltigen Einfluss
auf die tägliche Arbeit in Kliniken, Praxen und bei der Betreuung von Tieren
und ihren Besitzerinnen ausgeübt haben. Wegen der guten Qualität der Beiträge
hatte die Jury entschieden, gleich zwei Preise zu vergeben, die der Sponsor
Hill’s Pet Nutrition gerne unterstützte. Gewinnerinnen des mit jeweils 1000 €
dotierten Preises sind Dr. Deborah Wimmer alias „Dogtor Debbie“ mit ihrem Instagram-Kanal
sowie Dr. Kim Hege und ihre Wissensplattform www.tiermedizin-wissen.de.
Fachprogramm überzeugte mit Praxisnähe und Vielfalt
Insgesamt herrschte in gut besetzten Vortragssälen eine sehr
positive Stimmung. Die Fachvorträge überzeugten durch Aktualität und den
direkten Bezug zur Praxis, der bei der Programmauswahl immer eines der
Hauptkriterien des bpt ist. Da berichtete zum Beispiel Prof. Dr. Wolfgang
Heuwieser (Cornell University), wie evidenzbasierte Rindermedizin den schnellen
Weg in die Praxis finden kann, oder Dr. Philipp Winkels (Erftstadt) erklärte
eindrücklich die unterschiedlichen Standpunkte von Klinikern, Radiologen und
Gutachtern zum Thema Hüftgelenksdysplasie.
Auch nicht-fachliche, aber assoziierte und hochaktuelle Themen wie der ökologische Fußabdruck von Haustieren oder die Krisenvorsorge im Bereich der Lebensmittelversorgung waren vertreten und rundeten das Programm ab.
Fokus auf junge Teilnehmende
Mit dem Studierendentag am Kongressfreitag, der Verleihung
des bpt-Durchstarters und der Bovi-Challenge lag der Fokus auch auf jungen
Teilnehmenden. Die Forschungspreise Rind und Schwein des Fördervereins praktische
Tiermedizin e.V. lenkten das Augenmerk auf wissenschaftliche Arbeiten junger
Tierärztinnen und Tierärzte, die einen besonderen Beitrag zum jeweiligen
Fachgebiet leisteten. Mit der Bovi-Challenge wurde am Studierendentag wieder
ein Impuls zur Auseinandersetzung mit der Nutztierpraxis gegeben. Die im
letzten Jahr gestartete Initiative der Fachgruppen Rind und Junges Netzwerk im
bpt ging in die zweite Runde. Im spielerischen Wettstreit traten Teams der
veterinärmedizinischen Fakultäten gegeneinander an und präsentierten ihre
Umfrage-Ergebnisse. Mit knappem Vorsprung verteidigte das Team der LMU München
seinen Titel.
Ein herzliches Dankeschön gilt dem Organisationsteam der bpt-Akademie GmbH: Dr. Carolin Kretzschmar, Arik Sadura, Lucy Schilke, Angelika Scheidemann und Paula Knöchel.
Auch im kommenden Jahr wird es Neuerungen geben: Der bpt-Kongress findet vom 19. bis 21. November 2026 getrennt von der EuroTier statt. Wir freuen uns darauf, Sie dort begrüßen zu dürfen.
Ansprechpartner für diese Meldung:
Heiko Färber
bpt-Geschäftsführer
Tel.: 0170 – 85 65 248
Bei der Verwendung von Bildern geben Sie bitte folgendes Copyright an: bpt/Jan Rathke