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Grußwort

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es sind bewegte Zeiten für den Berufsstand. Die junge Tierärztegeneration hat andere Vorstellungen vom Berufsleben als die Älteren unter uns. Vereinbarkeit von Familie und Beruf, geregelte Freizeit und faire Entlohnung sind heute selbstverständliche Erwartungen der jungen Kolleginnen und Kollegen. Mit einer Angestelltentätigkeit ist das eher zu realisieren als in der Selbstständigkeit. So gibt es immer mehr angestellte Tierärzte und immer weniger Praxisinhaber. Aber es ist nicht so einfach, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerinteressen unter einen Hut zu bekommen. Und gestandene Praxisinhaber haben Schwierigkeiten, einen tierärztlichen Nachfolger für ihr Lebenswerk zu finden. Soll man also an einen „Corporate“ verkaufen? Denn internationale Finanzinvestoren und branchenfremde Unternehmen haben die Tiermedizin als lukratives Geschäftsfeld entdeckt und etablieren Praxisketten auch in Deutschland. Es herrscht viel Unsicherheit, wie diese Entwicklung zu bewerten ist.

Fest steht: Sowohl die Corporates als auch die niedergelassenen Tierärzte zieht es vor allem ins städtische Umfeld, wo die Klein- und Heimtierhaltung boomt, Hunde und Katzen von ihren Besitzern zunehmend als Familienmitglieder angesehen werden und eine entsprechend hochwertige tiermedizinische Versorgung erhalten. Dagegen werden in mancher ländlichen Region die Tierärzte knapp. Unwahrscheinlich, dass dieser Tendenz zur Landflucht allein mit den Mitteln der Digitalisierung abzuhelfen sein wird. Es steht aber außer Frage, dass die digitale Transformation der gesamten Gesellschaft um unseren Berufsstand keinen Bogen machen wird. Erste Apps, digitale Plattformen und KI-Anwendungen für die tierärztliche Praxis gibt es bereits. Telemedizin und auf großen Datenmengen basierende digitale Diagnosetools werden in wenigen Jahren wohl selbstverständliche Instrumente unserer Arbeit sein. Wie unser Weg ins digitale Zeitalter aber genau verlaufen wird, kann heute noch niemand seriös abschätzen. Spannend wird er allemal.

Als Mediziner sind wir gewohnt, dass die Dinge stets in Bewegung sind, Wissen nichts Statisches ist und neue Entwicklungen und Erkenntnisse lang gelebte Routinen auf den Kopf stellen können. Damit haben wir beste Voraussetzungen, auch all den aktuellen Veränderungen für unseren Berufsstand offen zu begegnen und sie aktiv mitzugestalten, um letztendlich von ihnen zu profitieren. Deshalb steht der diesjährige bpt-Kongress unter dem Motto „Praxis neu denken“. Das Programmkomitee hat dieses Motto mit einem attraktiven und vielfältigen Fachprogramm zum Leben erweckt.

Die tierärztliche Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität ist zu unserer Freude wieder Kooperationspartner des Kongresses. Wir freuen uns auf Austausch über die Landesgrenzen hinweg mit unserem Gastland Österreich. Den Ausstellern der bpt-Fachmesse Veterinärmedizin und den Sponsoren gilt schon heute unser Dank, denn ohne ihr Engagement wäre der bpt-Kongress in diesem Umfang nicht möglich.

Das Wichtigste aber sind Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, und zwar ganz besonders in unserem Jubiläumsjahr: Vor 100 Jahren gründete Felix Train mit Kollegen den Reichsverband Praktischer Tierärzte, den Vorläuferverband des bpt. Das wollen wir gemeinsam feiern beim bpt-Kongress 2019 in München.

Seien Sie herzlich willkommen!

Dr. Siegfried Moder

Dr. Siegfried Moder
(Präsident des bpt)

Dr. Petra Sindern

Dr. Petra Sindern
(1. Vizepräsidentin des bpt)

Dr. Karl-Heinz Schulte

Dr. Karl-Heinz Schulte
(2. Vizepräsident des bpt)

 

© Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V.