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Ein Welpe kommt ins Haus - Was man beachten sollte

© Behr/bpt

Wer stolzer Hundebesitzer werden will, der sollte sich der Verantwortung bewusst sein, die er mit dem Einzug eines Welpen übernehmen wird. Neben artgerechtem Umgang und richtiger Ernährung gehört auch, die Gesundheit des Tieres zu schützen.

Was Hänschen nicht lernt…

Ein Welpe von ungefähr zehn Wochen entspricht einem wenige Jahre alten Kleinkind. Wie das Menschenkind die Mitkinder, so braucht auch ein Hundekind den Kontakt zu anderen Welpen. Man darf ihn keinesfalls isoliert aufwachsen lassen. Regelmäßiges Spielen mit Gleichaltrigen und ab und zu einen Rüffel von erwachsenen Hunden braucht er, um später mit seinen Mithunden gut auszukommen.

So genannte Welpenspieltage sind eine gute Sache zur Sozialisierung des Welpen und zum Informationsaustausch ihrer Besitzer. Das Angebot an Welpen- und Hundeschulen ist riesengroß. Die Qualität der Ausbildung und die Qualifikation der Trainer sind allerdings sehr unterschiedlich. Wie Sie für Ihren Hund und für sich die richtige Wahl zu treffen, finden Sie hier: Kriterien gut geführter Welpengruppen und Hundeschulen.
Lange Spaziergänge sind für den Kleinen genauso ungesund wie Treppenlaufen, aber man sollte ihn unbedingt schon früh mit der Umwelt vertraut machen, in der er sich später selbstsicher bewegen soll. Durch das eigene Auftreten gibt man dem Junghund Sicherheit. Und wenn er mal Angst hat, dann sollte man ihn nicht bedauernd tätscheln, denn er interpretiert die jammernde Stimme leicht falsch und meint, dass sein Mensch auch Angst hat.

Mindestens ebenso wichtig ist es, dass man Hundekinder spielerisch daran gewöhnt, ihren Körper, die Ohren und Zähne begutachten zu lassen ohne dass sie sich dem Zugriff ihres Menschen entziehen. Nur so kennt man den normalen Zustand und kann eventuelle Veränderungen frühzeitig feststellen.

Gesundheitsvorsorge

Besser vorsorgen als heilen! Dieser Grundsatz gilt nicht nur für den Menschen, sondern auch für den Hund. Durch gezielte Gesundheitsvorsorge können auch bei Tieren viele Erkrankungen vermieden oder zumindest im Anfangsstadium erkannt und rechtzeitig behandelt werden. Unerfahrene Welpenbesitzer meinen oft, sie hätten ja ein entwurmtes und geimpftes Tier gekauft und müssten sich nun darum nicht mehr kümmern. Das ist falsch! Um sicher zu sein, dass der neue Hausgenosse auch wirklich gesund ist, sollte er möglichst innerhalb der ersten 14 Tage, nachdem er bei Ihnen eingezogen ist, in der Tierarztpraxis vorgestellt werden. Denn Hundewelpen sind von gefährlichen Infektionen bedroht und häufig von Parasiten befallen, die ihnen das Leben verleiden. Auch falsche Ernährung kann eine Reihe von Krankheiten verursachen.

  • Was kommt in den Napf?
    Bieten Sie Ihrem Hundekind von Anfang an eine abwechslungsreiche und hochwertige Ernährung. Einseitige Futterzusammenstellungen und mindere Futterqualität ist Sparsamkeit am falschen Ende. Fertigfutter ist ausgewogen und enthält, was ein heranwachsendes Tier braucht. Sie können die Nahrung natürlich auch selbst zuzubereiten. In diesem Fall sollten Sie jedoch den Nährstoffbedarf Ihres Tieres berechnen lassen, damit es nicht zu einer Mangelversorgung notwendiger Nährstoffe kommt.

  • Äußere Parasiten
    Die Haut und auch der äußere Gehörgang von Hunden bieten einigen Plagegeistern den geeigneten Standort, um durch Graben, Nagen, Stechen oder Beißen an die lebensnotwendige Nahrung Blut oder Hautzellen zu gelangen. Zu den wichtigsten Vertretern zählen Flöhe, Zecken und Milben. Sie schmarotzen mal länger, mal-kürzerer und quälen die Vierbeinern durch auftretenden Juckreiz, Hautentzündungen (Räude, Flohallergie!), Falten-
    und Krustenbildung. Vor allen Dingen können sie auch Krankheitserreger wie Babesien und Borrelien durch Zecken oder Bandwürmer durch Flöhe übertragen. Deshalb ist es ratsam, nicht nur Welpen auf äußere Parasiten untersuchen zu lassen, sondern auch später das erwachsene Tier zu beobachten, ob es sich häufig kratzt.

  • Innere Parasiten
    Bei den inneren Parasiten sind es vor allem die Würmer, am häufigsten die Spulwürmer, die den Tierkindern zu schaffen machen. Hunde können schon im Mutterleib befallen werden oder aber sich später über die Muttermilch während der Säugeperiode anstecken. Bei starkem Spulwurmbefall kommt es zu Entwicklungsstörungen, Blutarmut, Husten und Durchfall. Auch Menschen können sich beim Spielen mit verwurmten Tieren anstecken. In den meisten Fällen entwurmt bereits der Züchter seine Jungtiere mehrfach ab dem Alter von 14 Tagen. Trotzdem ist es ratsam, den Hundewelpen in der 9. bis 12. Lebenswoche nochmals zweimal in 14tägigem Abstand zu entwurmen oder wenigstens Kotproben untersuchen zu lassen. Danach sind bei ausreichend hygienischen Umweltbedingungen regelmäßige Entwurmungen oder Kotuntersuchungen in dreimonatigen Abständen ausreichend.
    Außerdem gibt es verschiedene Bandwurmarten, die sich im Dünndarm von Hunden ansiedeln können. Einige davon sind für den Menschen ausgesprochen gefährlich. Die Bandwurmeier, die von den Tieren ausgeschieden werden, bleiben häufig am Fell haften und können durch intensives Schmusen oder Streicheln über den Mund und Nase in den Körper des Menschen gelangen. Zu den gefährlichen Vertretern gehört beispielsweise der dreigliedrige Hundebandwurm. An diesem kann sich der Hund durch das Verfüttern von infizierten, rohen Innereien (Leber und Lunge von Pferd, Rind, Schaf, Ziege, Schwein) anstecken. Auch der Fuchsbandwurm zählt hierzu. Zwar kommt er hauptsächlich beim Fuchs vor, aber auch Hunde können sich anstecken, wenn sie in einem verseuchten Gebiet infizierte Nagetiere wie Feld- oder Wühlmäuse fressen, die diese Bandwurmart als Zwischenwirte benötigt.
    Am häufigsten kommt bei unseren Hunden jedoch der so genannte kürbiskernartige Bandwurm vor. Durch das Zerbeißen von infizierten Flöhen gelangt der Bandwurm in den Körper der Vierbeiner. Befallene Tiere magern ab, leiden an Bauchschmerzen, Durchfall, Entwicklungsstörungen. Die kürbiskern- oder auch reiskornähnlichen Bandwurmglieder gelangen entweder mit dem Kot ins Freie oder wandern auch aktiv aus dem After aus und sind dann auf dem Liegeplatz des Tieres zu sehen. Bei Verdacht auf Bandwurmbefall sollte das Tier umgehend in die Tierarztpraxis gebracht werden, damit es mit entsprechenden Arzneimitteln entwurmt wird. Vorbeugend sollte Flohbefall bekämpft werden.

  • Infektionskrankheiten
    Erreger von Infektionen können Viren oder Bakterien sein, die oftmals nur schwer oder überhaupt nicht zu heilende Erkrankungen auslösen können. So ist eine Behandlung bei einer Viruserkrankung besonders problematisch, weil Viren gegenüber vielen Medikamenten, einschließlich Antibiotika, unempfindlich sind. Gegen einige schwerwiegende Erkrankungen können Hunde vorbeugend geimpft werden. Dies sind: Ansteckende Leberentzündung, Leptospirose, Parvovirose, Staupe und Tollwut. Die Erstimpfung nimmt der Tierarzt in der 8. Lebenswoche (außer Tollwut) vor. Danach sind im Rahmen der Grundimmunisierung noch drei Wiederholungsimpfungen nötig und zwar in der 12. und 16. Lebenswoche sowie im 15. Lebensmonat. Diesen drei Impfungen wird dann auch der Tollwutimpfstoff zugefügt. Danach ist die Grundimmunisierung abgeschlossen. Um einen sicheren und dauerhaften Impfschutz zu gewährleisten, müssen jährliche Auffrischungsimpfungen gegen Leptospirose erfolgen. Gegen die übrigen Infektionen muss in dreijährigem Abstand wiederholt geimpft werden. Da die Schutzimpfung nur bei gesunden Tieren, die frei von äußeren und inneren Parasiten sind, durchgeführt werden kann, sollte mindestens 10 Tage vorher eine Entwurmung durchgeführt werden.



Foto: Behr/bpt

 
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