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Auch Tiere empfinden Schmerzen

© Jöhnssen/bpt

Tiere empfinden Schmerzen ebenso wie Menschen, auch wenn sie das nicht mit Worten ausdrücken können!

Akuter Schmerz
Akuter Schmerz, wie er beispielsweise bei Verletzungen auftritt, ist sehr sinnvoll, weil er als eine Art „Frühwarnsystem“ beim Tier zu Reaktionen führt (z. B. das Schonen einer Gliedmaße), die weiteren Schaden verhindern sollen. Akuter Schmerz führt je nach Tierart zu Schreien, Zittern, weit aufgerissenen Augen, Flucht oder plötzlicher Aggression.

Chronischer Schmerz
Anders verhält es sich, wenn über längere Zeit schmerzhafte Reize einwirken. Dann wird akuter Schmerz chronisch. Chronische Schmerzen bedeuten eine so große Belastung für unsere Tiere, dass sie darauf mit Veränderungen des Ernährungs-, Schlaf- und Sozialverhaltens reagieren. Schmerzbedingte Veränderungen sind nicht immer besonders auffällig, deshalb bedarf es im Einzelfall einer guten Beobachtungsgabe, um sie feststellen zu können.

Tiere, die an chronischen Schmerzen leiden, reagieren nicht mehr in gewohnter Weise auf Umweltreize, sodass in vielen Fällen kein normales, artgerechtes Leben möglich ist.

Schmerzgedächtnis
Chronischer Schmerz ist tückisch, weil er sich fest im Gedächtnis verankern kann (Schmerzgedächtnis). Wenn das passiert ist, werden schmerzhafte Reize viel stärker wahrgenommen. Aber auch harmlose Reize, wie z. B. eine sanfte Berührung, werden als Schmerz empfunden, auch dann noch, wenn die eigentliche Ursache des Schmerzes gar nicht mehr vorhanden ist. Chronischer Schmerz entwickelt sich häufig zu einer eigenständigen Erkrankung!

© Behr/bpt

Behandlung von Schmerzen

Die Behandlung von Schmerzen sollte also so schnell und früh wie möglich erfolgen, um Gesundheit und Wohlbefinden des Tieres zu sichern! Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten der Schmerzbekämpfung. Medikamente entfalten ihre Wirkung über entzündungshemmende oder schmerzlindernde Inhaltsstoffe. Physiotherapie, Bestrahlung, regulationsmedizinische Verfahren wie Akupunktur und konsequentes Gewichtsmanagement können hierbei ebenfalls hilfreich sein. Auch die Schmerztherapie im Zusammenhang mit anstehenden Operationen gehört zum Standardprogramm einer modernen Kleintierpraxis, in der Patienten je nach Ursache, Art und Stärke des Schmerzes ganz individuell behandelt werden können.

Was können Sie tun?

Bitte beobachten Sie Ihr Tier sorgfältig! Schon kleinste Verhaltensabweichungen können Ausdruck von Schmerz sein. Sollten Sie eines der folgenden Anzeichen bemerken, suchen Sie bitte umgehend Ihre Tierarztpraxis auf:

  • verminderter Appetit
  • Zurückschrecken vor dem Fressen
  • mangelnde Körperpflege
  • Benagen und Belecken bestimmter Körperstellen
  • Aggressivität bei Berührung
  • fehlendes Spielverhalten
  • ängstlicher Gesichtsausdruck
  • Unsauberkeit
  • Lahmen
  • aufgekrümmter Rücken
  • Auftreibungen an einem Körperteil

Denken Sie daran: Schmerzen sind häufig unnötig. Durch rasches Handeln können Sie Ihrem Tier Schmerzen ersparen und ihm damit ein artgerechtes Leben und eine gute Lebensqualität sichern.

 

Fotos: Jöhnssen/bpt; Behr/bpt


 
 
 

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