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Zeckenarten in Deutschland

Holzbock

Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist die häufigste und bekannteste Zeckenart in Deutschland und Mitteleuropa. Seine Lebenserwartung beträgt etwa zwei bis drei Jahre. In Mitteleuropa lebt er vor allem in Laub- und Mischwäldern mit Kraut- und Strauchbewuchs und einer feuchten Bodenschicht. Aber auch Parks, Hausgärten sowie hoch bewachsene Wegränder sind geeignete Biotope. Holzböcke haben ein breites Wirtsspektrum. Die Larven bleiben in Bodennähe und bevorzugen dort meist Kleinsäuger wie Mäuse oder Ratten. Nymphen und ausgewachsene Holzböcke befallen auch größeres Wild, Haustiere und Menschen.
Holzböcke können Hunde mit den Erregern der Anaplasmose, Borreliose oder in sehr seltenen Fällen der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) infizieren. Man schätzt, dass inzwischen zehn bis 30 Prozent aller Holzböcke in Deutschland Borreliose-Erreger, ein bis vier Prozent Anaplasmose-Erreger und in Risikogebieten ein bis fünf Prozent FSME-Erreger in sich tragen, in manchen Gebieten Bayerns sogar bis 20 Prozent.

Auwaldzecke

Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) hat sich mittlerweile in vielen Gebieten Deutschlands ausgebreitet (z. B. Isarauen bei München, Regensburger Gegend, Oberrhein, Saarland, Region Berlin und Brandenburg). Auwaldzecken können mit Babesien, den Erregern der für Hunde gefährlichen, manchmal sogar tödlich verlaufenden Babesiose, infiziert sein. Saugt eine Auwaldzecke im Frühjahr Blut, das Babesien enthält, gehen diese bei weiblichen Zecken auch auf die Eier über. Deshalb sind im Herbst ungleich viel mehr infizierte Nymphen und erwachsene Zecken auf der Suche nach einer Mahlzeit als zum Jahresanfang. Die Gefahr für Hunde, mit Babesiose angesteckt zu werden, ist daher im Herbst besonders groß

Braune Hundezecke

Die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) eine ursprünglich mediterrane Art, ist wie die Auwaldzecke durch den zunehmenden Hundetourismus auch nach Deutschland eingeschleppt worden. In beheizten Räumen/Zwingern ist sie mancherorts auch nördlich der Alpen heimisch geworden. Sie kann den Erreger der Ehrlichiose übertragen.


 
 
 

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